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| Das suchte nämlich wieder einmal Halt am großen Mann, auch wenn der längst das Zeitliche gesegnet hatte, und hielt für dieses Mal sich an Napoleon.1840 kehrte seine Asche mit Pomp funèbre nach Paris zurück und alle Veterane n wollten hoffen, daß nun der Zahltag auch für sie gekommen wäre, nachdem die Kriegsgewinnler ihr Schäfchen schon im Trocknen hatten und ihre Beute an der Börse schwindelhoch verzinsten.Einer aus ihren Reihen, der wie sie die Knochen für den Kaiser hingehalten hatte, ein Geometer aus dem Calvados, bediente bereits seit Jahren den Kult um den verblichenen Korsen mit aufwendig gemaltem Prunk. In riesigen Gemälden beschwor er die Erinnerung an ihre Taten mit dem Feldherrn, aber so, wie nur Napoleon die Explosion ihrer Kraftanstrengungen gesehen haben konnte, währ end sie in Schlamm und Pulverdampf mit seinen Befehlen beschäftigt waren. | ![]() Edouard Krug, Jean-Charles Langlois F-14000 Caen |
Sein Heiligenschein war jetzt das brennende Moskau, sein Hermelin das Leichentuch von der Beresina, seine Siege das Kreuz der Ehrenlegion an ihrer Brust und die Niederlagen vergessenes Glück seiner Neider.Der Maler hieß Jean Charles Langlois und wurde wenige Tage nach dem Sturm auf die Bastille in Beaumont-en-Auge in der Normandie geboren. Die Eltern waren Wirtsleute. Mit 17 besuchte erfür ein Jahr das Polytechnikum, um 1807 zur Armee abkommandiert zu werden. Dort war er mit topografischen Arbeiten betraut. Er diente in Dalmatien und in Spanien, galt als geschickt und mutig und wurde daraufhin1814 in die Ehrenlegion aufgenommen. Nach Napoleons zweimaligem Abgang verfolgte er unter den letzten drei Bourbonen neben seiner militärischen Karriere die Ausbildung seines künstlerischen Talents, erst in Bourges und dann in Paris, und darf danach, inzwischen Stabsoffizier, in ganz Europa |
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| auf seine Art von
Kavalierstour gehen. 1823 sieht ihn Spanien wieder. 1828
reist er nach Griechenland, das gegen die Türken
aufsteht, und 1830 nach Algerien, als dieser Teil
Nordafrikas unter französisches Joch gerät. In Sankt
Petersburg hält er sich von 1833 bis 1836 auf, um
eingehende Studien für seine späteren
Schlachtengemälde zu betreiben. 1840 zum Oberst ernannt,
nimmt er neun Jahre später seinen Abschied von der Armee
und widmet sich bis zu seinem Tod 1870 erfolgreich seiner
Malerie, die seinen Zeitgenossen sehr viel bedeutete. Die Nachwelt war dann weniger auf ihn versessen und vergaß ihn einfach stück chenweise und dann fast ganz, wäre da nicht eine Besonderheit seines Nachlasses gewesen, den er im übrigen Caen vermachte. Dort würdigte man anfangs die Erbschaft mit einem Museum, doch als sich später |
eine andere Verwendung für das Gebäude fand, wanderte sie ins Depot des Musée des Beaux-Arts, wo sie beim Aufräumen wahrscheinlich immer gestört hat und sperrig, wie sie war, eher eine lästige Hinterlassenschaft bedeutete. Bis plötzlich eine große Neugier auf einen Vorläufer des Kinos aufbrach und sich alle Welt wieder für die Panormamalerei des 19. Jahrhunderts interessierte. Für diese Genre hatte doch Langlois, so die vage Erinnerung, und selbst auch Unternehmer in diesem Bereich riesengroße Vorlagen nach Themen seiner Bilder für den "Salon" und später nach Zeitereignissen eigens angefertigten geliefert. Paris war süchtig auf diese Bilderfolgen gewesen und hatte mit einem herrlichen Bau des Kölner Architekten Hittorff an den Champs Elysées auch den Ort, | um diesem Vergnügen ausgiebig
zu frönen. 1993 hat die Kunsthalle in Bonn die Geschichte dieses Mediums ganz allgemein erzählen und nachstellen lassen. Im letzten Winter widmete die Bibliothek Marmottan in Boulogne-Billancourt endlich dem Meister der Panorama-Malerei, eben Jean-Charles Langlois, eine große Ausstellung. Jetzt zieht Caen wenigstens mit acht Metern Karnak aus seinem Fundus nach - im übrigen mit dem Versprechen, im nächsten Jahr den ganzen Schatz aus dem Depot ans Licht und zur Beschäftigung einer interessierten Öffentlichkeit zu bringen. Und auch in Saint-Lô ist man plötzlich fündig geworden mit über vier Metern Ansicht vom Bosporus. Es taucht also immer mehr Material auf, um sich in den Bildwelten des gemeinen Volkes einzufinden - die hochgehandelte Malerei des 19. Jahrhunderts jedenfalls gehörte nicht dazu. |