Hoher Besuch: Geschichte in Person nahm Platz |
|
Davon
kann Ste. Mère Eglise heute nur noch träumen: Ein
veritabler General, der den Sieg über Hitler
personifiziert, reist zum 6. Juni an, um dem Jahrestag
der Landung der Alliierten in der Normandie seine
historische Dimension zurück zu geben, die in
Veteranenfolklore und viel Klimbim bis hin zu
nachgeschneiderten Uniformen und martialisch aufgeputzten
Jeeps unterzugehen droht. Es ist schon hart, wenn eine Puppe am Kirchturm das Geschäft am Laufen halten muß, weil kein amtierender Präsident der Vereinigten Staaten mehr dem Dorf im Hinterland des Utah-Beach die Ehre gibt! Das blutige Unternehmen von 1944 hatte die Normandie wie lange nicht mehr seit dem 100jährigen Krieg in Abgründe gerissen, die ihre Bewohner aus eigener Anschauung kaum mehr kannten. Napoleons Schlachten, Sedan, Verdun - das hatte sich in einem ziemlich fernen Osten zugetragen, und nur die Namen der Gefallenen auf den Kriegerdenkmalen mahnten, in welchem Boot man saß. Dagegen setzten sich im 2. Weltkrieg die Deutschen vor der eigenen Haustür fest und haben alles vor den Pflug gespannt, um ihre Stellung auch zu halten. Sie daraus zu vertreiben, hat Eisenhower keine Müh und Not gescheut und ließ für die Befreiung einen hohen Preis entrichten. Ste. Mère Eglise ist dabei glimpflich davongekommen, was zu seiner Abneigung gegen jeden offiziellen Kontakt mit den ehemaligen Besatzern in merkwürdigem Gegensatz steht. |
|